Musical für Kinder | Israel in Ägypten

 

(Mainpost vom 11. 07. 2017  | Karin Nerche-Wolf):

Wie es Moses und den Israeliten vor 3000 Jahren im alten Ägypten erging, das wird keiner mehr vergessen, der am Mittwoch oder Donnerstag, 5. oder 6. Juli 2017 in der Stadthalle in Bad Neustadt war – sei es nun als Akteur oder als Zuschauer. Denn auf beiden Seiten herrschte beim Kindermusical „Israel in Ägypten“ riesige Begeisterung, und die setzt sich in der Erinnerung fest.

Eine überschwänglich gefeierte Musical-Produktion stellten die Kirchenmusikdirektoren des evangelischen Dekanats, Karin und Thomas Riegler, da auf die Beine. Sie aktivierten rund 100 Kinder, tausend (nicht wörtlich zu nehmen) Helfer und erstklassige Instrumentalisten und kündeten mit Spaß, musikalischem Anspruch und perfekter Bühnen-Inszenierung davon, was möglich ist, wenn Menschen auf die Führung durch Gott vertrauen.

Dann teilt sich sogar das Meer, um die Flucht der Israeliten aus Ägypten zu vollenden, auf die das Volk so lange warten musste. Wasserfluten auf der Stadthallen-Bühne, wie stellt man die dar? Ganz einfach: Ein großes blaues Tuch wogt von Menschenhand auf und nieder und legt sich schließlich über die Ägypter. Dank der Requisiten aus dem Meininger Theater, technischer Möglichkeiten wie der Pyramiden-Bild-Projektion und einer tollen Kostüm-Schneiderin gelang ein großartiges Bild, in dem sich die drei Kinderchöre der evangelischen Gemeinde als Israeliten mit überzeugtem Gesang erfolgreich gegen die ägyptische Sklaverei wehrten.

 Vertrauen konnten sie auf einen Mose, dem Sandra Vorndran eine imponierende Gestalt und Stimme gab und der immer wieder inmitten des quirligen Musical-Geschehens im Gebet verharrte. Für die Ägypter hatte seine Zwiesprache mit Gott keine guten Konsequenzen: Zehn Plagen schickte ihnen der Herr, die dem Stadthallen-Publikum allerdings das größte Vergnügen bereiteten. Denn da wirbelten die Kinder des Schülerhorts Brend als Frösche und Heuschrecken herum, dazu sangen die Chorkinder eingängige Melodien des Musical-Komponisten Thomas Riegler, während seine Frau Karin allgegenwärtig sämtliche Regie- und Dirigentenfäden in der Hand hielt. Thomas Riegler sorgte im Hintergrund dafür, dass durch Jochen Barth die Stimme Gottes hörbar wurde und Franziska Bohn als Erzählerin die Zusammenhänge der biblischen, kein bisschen verstaubten, sondern prickelnd lebendigen Geschichte herstellte.

Das Musical-Element Tanz brachte die Tanzsportgarde des TSV Hollstadt in diese fantastische Schöpfung der evangelischen Gemeinde ein, in der ganz, ganz viele junge Darsteller und Sänger noch ein Einzellob verdient hätten.